DIE UNTUECHTIGEN

A2 Plakat für die literarisch-musikalische Veranstaltungsreihe “Die Untuechtigen”.  Jules Valles (1832-1885) ist so etwas wie der „Urvater“ der gesellschaftskritischen Boheme, also des Flügels dieser Spezies, der sich nicht bescheiden wollte mit der These, in der Jugend dürfe man sich ruhig austoben, um nach einer Zeit wilden Lebens um so gesättigter ein reifes, etabliertes Leben zu führen. Jules Valles war: Bohemien, Literat, hungernder Gelegenheitsarbeiter, Aktivist der Pariser Commune, Herausgeber diverser Zeitschriften, gestrenger Feind jeglicher Disziplin, Phantasieuniform-Träger, zum Tode verurteilter, Begnadigter. Seine Literatur, meint das Lexikon zutreffend, sei „ein von wildem Hass und bitterem Humor erfülltes, scharfsinniges Werk in bisweilen krass realistischem Stil.“  [2010]

Den Künstler bei der Arbeit, also bei der Ausübung seiner Kunst versagen zu sehen kann zu den Höhepunkten dessen gehören was die Kunst zu bieten hat, es bedeutet nämlich das sich jemand- also der Künstler- an die höchstmögliche Fallhöhe heran gewagt hat. Auf dem schmalen Grad zwischen Gelingen und Scheitern entsteht jenes sonderbare Flimmern, von dem sich das Publikum so gerne blenden lässt. Der Abend „Künstlerpech“ erzählt vom Scheitern bei der Überquerung jenes schmalen Grates. [2010]