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Ein Kleid zu haben, das perfekt sitzt, einzigartig ist und sowohl im Alltag, als auch zu besonderen Anlässen tragbar ist, wünschte sich Jessica Broscheit bereits als Kind. Vor einem halben Jahr machte die Hamburger Künstlerin und Designerin endlich Nägel mit Köpfen, verkaufte alle Kleider und ließ sich von Bent Angelo Jensen, dem Kopf hinter Herr von Eden, einen Schnitt für ein Kleid anfertigen, das exakt auf ihren Körper angepasst, zeitlos, klassisch und dennoch modern genug ist, um stilistische Ausflüge ins Futuristische und Spielerische zuzulassen.
Doch ein Schnittbogen allein macht noch keine Garderobe. Als Nähanfängerin kurbelte sich Jessica durch feine Seide, harte Baumwolle und steife Mischgewebe. Schnitt, verschnitt, vernähte und übte sich an Reißverschlüssen und Ärmeleinsätzen, bis das richtige Gefühl kam, für das, was ihr perfektes Kleid ausmacht: hervorragende Verarbeitung, hochwertige Stoffe und perfekte Passform.
Heute braucht sie maximal 7 Stunden, um sich ein neues „Ihr Kleid“ zu nähen.

Verschmitzt erklärt sie, dass sie nun endlich die Materialien am Körper tragen kann, für die sie im Handel horrende Preise zahlen müsste und auch keine Kompromisse mehr machen muss, wie damals, in ihrem Leben zwischen „von der Stange“, „Vintage“ und „einzelnen Designerstücken“.

„Ihr Kleid“ kann einfach alles. Von seriös bis sexualisiert über detailverliebt bis clean – das fabelhafte Kleid der Jessica Broscheit macht, was sie will.  Mit Stoffen, Mustern, Krägen, Längen und Applikationen variiert sie sich als passioniertes Schneiderlein ihren Traum vom Kleid zurecht und genießt ihr neues Bekleidungskonzept in vollen Zügen. Was andere als einengend oder gar langweilig empfinden würden, ist für Jessica Broscheit ein unkomplizierter Ausdruck von modischer Freiheit und kreativem Reichtum. Kompromisse waren gestern, heute wird einfach ein neues „Ihr Kleid“ genäht.
Mehr als 10 „Ihr Kleid“er hängen bei Jessica bereits im Schrank. Vom Matrosenkleid bis zum gefütterten Winterwarmwollstück – für jede Stimmung gibt’s eine Option, zu der einfach die passenden Strümpfe und Schuhe angezogen werden. Vielleicht sollte Bent neben Herr von Eden ein „auf-den-Leib-entwerfen“-Geschäftsmodell ins Auge fassen. Ich hätte nichts dagegen, wenn sich mein morgendliches Ankleideprozedere zeitlich minimieren und im Ergebnis maximal befriedigend gestalten würde; wie im Hause Broscheit. SOUNDS LIKE ME | October 10, 2009 | von  Judith Marthaler